Der Vater des König-Karlmann-Gymnasiums ist tot

Josef Egginger starb 91-jährig nach Operation seines zweiten Oberschenkelhalsbruchs – Große Verdienste um Bildung und Kultur

Winhöring/Altötting. Sein größter Wunsch, bis zuletzt noch „grodaus denga und amoi gsund sterbn kenna“, ist für den Gründer und langjährigen Leiter des König-Karlmann-Gymnasiums am Dienstagnachmittag in Erfüllung gegangen. Seit Wochen körperlich sehr geschwächt, war er gestürzt und hatte einen weiteren Oberschenkelhalsbach erlitten. Aus der Operation wachte der 91-Jährige nicht mehr auf.
Bereits bis kurz vor Vollendung seines 90. Lebensjahres hatte er nach einer Tumor-Operation und einem Oberschenkelhalsbruch viele Wochen zur Reha in der Kreisklinik Burghausen verbracht. Als er dann freudestrahlend zum Geburtstag heimkonnte, äußerte der begeisterte Heimat- und Ortsnamenforscher den Wunsch, doch noch gerne die Präsentation seines zweiten Bandes über den Landkreis Rottal-Inn erleben zu dürfen. Dieser Wunsch ging Anfang des Jahres noch in Erfüllung. Druckfertig lieferte er auch noch das Ergebnis seiner Ortsnamenforschung für den Landkreis Altötting.

 

Sowohl seinen 90. Geburtstag im vergangenen Jahr als auch den 91. vor wenigen Wochen konnte Josef Egginger noch gut gelaunt mit seiner Frau Gabriele feiern. Foto: Vogl-Reichenspurner

 

Der aus dem niederbayerischen Malching stammende Egginger war schon während seines Studiums für verschiedene Medien journalistisch tätig und arbeitete sehr viel für den Bayerischen Rundfunk. Weil er mit seinen Beiträgen wesentlich am Kinder- und Schulfunk beteiligt war, wollte man ihn für den Aufbau des Schulfernsehens haben. Dennoch entschied er sich für den Lehrberuf an Gymnasien und unterrichtete Deutsch, Latein und Geschichte zunächst am Gymnasium in Stein a. d. Traun und dann am Ku-Max-Gymnasium in Burghausen.
Wenn er nun nach den markantesten Punkten in seinem Leben gefragt wurde, so schwärmte er immer von der spannenden Zeit bis zur Übernahme „seines“ damals noch kommunalen Gymnasiums durch den Staat, sprach von der glücklichen Ehe mit seiner Gabriele und der Geburt seiner Tochter Elisabeth und vom Glück, das ihm die drei Enkel und ein Urenkelkind bereiteten. In seiner Freizeit widmete er sich der wissenschaftlichen Erforschung von Ortsnamen, in jüngeren Jahren war er ein begeisterter Sportler, in späteren Jahren malte er gerne, vorwiegend Aquarelle.
Der Kreistag hatte 1970 die Gründung eines mathematisch-naturwissenschaftlichen Gymnasiums mit neusprachlichem Zweig gegen die Widerstände des Kultusministeriums beschlossen, was einen Affront bedeutete. Erst 16 Jahre später erfolgte die Übernahme durch den Freistaat. Dieses gemeinsame Ziel vereinte den Schulleiter Josef Egginger, den damaligen Landrat Seban Dönhuber, den einstigen Minister Gerold Tandler und den früheren Kreisredakteur der Heimatzeitung und stv. Landrat Karl Lutz. Im Rückblick auf die Gründung und den Aufbau des Gymnasiums hatte Egginger auch immer begeistert von seiner Suche nach geeigneten Lehrkräften erzählt. Er konnte stolz einen sehr homogenen Lehrkörper vorweisen, mit dem das Gymnasium sich schnell zur größten Weiterbildungseinrichtung im Landkreis entwickelte. Bei der Verleihung des Landkreis-Wappentellers an Egginger sprach Dönhuber von einem „Glücksgriff für den Landkreis“.
Zahlreiche weitere Ehrungen gab es für den verdienten Schulmann, der als großer Humanist seinen Lehrkörper und die große Schülerschar führte. Anlässlich der Verleihung des Bundesverdienstordens würdigte ihn Landrat Erwin Schneider für seine „außergewöhnliche Hingabe, die große Energie und das Quantum niederbayerischer Beharrlichkeit beim Aufbau des Gymnasiums zur größten weiterführenden Schule im Landkreis, wobei ihm seine Frau Gabriele stets zur Seite gestanden ist.“ Ebenso hob er damals Eggingers Verdienste auf dem Gebiet der Ortsnamenforschung hervor. Der Passauer Kollege Schneiders ernannte den wissenschaftlich arbeitenden Pensionisten für seine Verdienste um die Herausgabe des 629 Seiten umfassenden, ersten Bandes über die 744 erforschten Ortsnamen des Altlandkreises Griesbachs sogar zum Kulturpreisträger.
Bei verschiedenen Geburtstagen, den letzten konnte er am 23. Juni noch in bester Laune feiern, hatte Egginger immer den Wunsch geäußert, einmal „gsund sterben“ zu können. Nach der Operation ein Pflegefall zu werden, hätte er nach Ansicht seiner Familie nicht verkraftet. „Wie es kimmt, ist es mir recht“, sagte er auf dem Weg zur Operation. Und so ist sein Wunsch in Erfüllung gegangen.

Das Requiem findet am Dienstag, 6. August, um 9.30 Uhr in der Pfarrkirche Winhöring statt, anschließend Beerdigung auf dem Friedhof.
Mariele Vogl-Reichenspurner – ANA vom 01.08.2019

Termine

DatumTermin
09.09.2019Ende der Sommerferien
24.09.2019Jahrgangsstufentests I (D6, M8, E10)
26.09.2019Jahrgangsstufentests II (D8, M10, E6)
30.09.2019Beginn des Wahlunterrichts
03.10.2019Tag der deutschen Einheit (unterrichtsfrei)
26.10.2019Beginn der Herbstferien
03.11.2019Ende der Herbstferien
20.11.2019Buß- und Bettag (unterrichtsfrei)
22.11.2019Notenbildbericht 1: Ausgabe an Schüler der Jahrgangsstufen 5-10
28.11.20191. Elternsprechtag (Jahrgangsstufe 5: ab 15.00 Uhr)
21.12.2019Beginn der Weihnachtsferien
06.01.2020Ende der Weihnachtsferien
14.02.2020Ausgabe der Zeugnisse Q11/1
14.02.2020Notenbildbericht 2: Ausgabe an die Schüler der Jahrgangsstufen 5-10
22.02.2020Beginn der Frühjahrsferien
01.03.2020Ende der Frühjahrsferien
03.03.2020Informationsabend für Eltern zum Übertritt in die 5. Jahrgangsstufe Gymnasium (Beginn um 19.00 Uhr in der Aula)
07.03.2020Tag der offenen Tür (9.00 Uhr bis 12.30 Uhr)
04.04.2020Beginn der Osterferien
19.04.2020Ende der Osterferien
30.04.2020Notenbildbericht 3: Ausgabe an die Schüler der Jahrgangsstufen 5-10
01.05.20201. Mai (Tag der Arbeit; unterrichtsfrei)
07.05.20202. Elternsprechtag
21.05.2020Christi Himmelfahrt (unterrichtsfrei)
30.05.2020Beginn der Pfingstferien
14.06.2020Ende der Pfingstferien

Mehr Informationen zu Terminen

Fotos vom Schulleben

battle_of_the_year_07 sportgala_08

Letztes Update

  • 03.08.2019 - 13:53:12