Die Sekretärin mit dem “Spezialwissen” geht

38 Jahre lang arbeitete Annemarie Unterpieringer am König-Karlmann-Gymnasium

Altötting. Egal ob Krankmeldung, vergessene Sporttasche oder verlorene Busfahrkarte: 38 Jahre lang war sie erste Ansprechpartnerin für Schüler, Eltern und Lehrer in organisatorischen, administrativen und auch persönlichen Belangen. Zum 1. Januar geht die “Chefsekretärin” des König-Karlmann-Gymnasiums, Annemarie Unterpieringer, in Rente.

So wird sie Schülern und Lehrern in Erinnerung bleiben: Annemarie Unterpieringer behielt den Überblick im Sekretariat. − Foto: ScheiblhuberNach ihrem Schulabschluss trat Unterpieringer 1970 in den öffentlichen Dienst. Sie war erst bei der Post in München tätig, arbeitete im Landratsamt Altötting in der Bau- und Finanzverwaltung und wechselte zum 1. September 1978 an das damalige Kreisgymnasium. Unter vier Schulleitern war sie im Dienst. Letzte Woche wurde sie mit einer Feier, die sie als “berührend” empfunden hat, von der Schulfamilie verabschiedet.

“Es war eine schöne Zeit. Die Arbeit hier war sehr abwechslungsreich”, sagt Unterpieringer und die Wehmut in ihrer Stimme ist unüberhörbar. Mit dem Hausmeister gehörte sie morgens zu den Ersten im Schulgebäude. “Ich habe immer vor 7 Uhr mit der Arbeit begonnen, um noch etwas zu erledigen, bevor Schüler ins Sekretariat kamen und das Telefon ununterbrochen klingelte”, erzählt die 63-Jährige. Nein, ruhig sei es nie gewesen. Vor allem als früher noch der Kopierer im Sekretariat stand, “da war hier der zentrale Treffpunkt der Lehrer”.

Der ständige Kontakt zu den Schülern machte die Arbeit für sie zu etwas Besonderem. “Wenn man immer mit jungen Leuten zu tun hat, bleibt man selber jung”, sagt Unterpieringer. Die Frau mit den großen freundlichen Augen, den unverwechselbaren braunen Locken und dem strahlenden Lächeln war für viele auch eine Vertrauensperson. Bei Bauchschmerzen, Prüfungsangst oder Todesfällen in der Familie half sie den Jugendlichen weiter, spendete Trost und hatte ein offenes Ohr. Sie fieberte mit in Klausurphasen und freute sich, wenn erleichterte Schüler zu ihr kamen und von ihren Erfolgen berichteten.

In den 38 Jahren sah sie viele Schüler kommen und gehen. Mitzuerleben, wie sie sich von der Anmeldung bis zum Abschluss entwickelten, machte sie stolz, “das waren ja meine Schüler”, sagt Unterpieringer und denkt an die Abiturfeiern zurück. Dies waren stets jene Momente, in denen sie realisierte, was aus den Kindern nach all den Jahren geworden ist. Auch ihr heute 28-jähriger Sohn war Schüler am KKG. “Das war keine einfache Zeit. Ich habe die Noten schon immer vor ihm erfahren und wusste, wann Prüfungen anstehen, wenn sich Lehrer Schreibbögen bei uns holten.”

Nur wenige Dinge störten sie am Sekretariatsjob. In den Anfangsjahren kosteten sie die technischen Bedingungen oft Nerven. “Abizeugnisse, Jahresberichte, Reden und Aushänge musste ich vor der Computer-Zeit mit der Schreibmaschine schreiben”, erzählt Unterpieringer. Wenn man sich einmal verschrieb, musste das ganze Dokument nochmals angefertigt werden. “Und die permanente Unterbrechung – durch Schüler, Lehrer oder das Telefon – war schon nervig. Je älter ich wurde, desto mehr machte mir der Lärmpegel zu schaffen”, sagt die 63-Jährige. Daheim schätzte sie deshalb jede ruhige Minute.

Diese Ruhe wird sie vor allem nun in vollen Zügen genießen. Sie möchte die Rente nutzen, um außerhalb der Ferienzeiten zu verreisen und ihren Hobbys nachzugehen. Beim Radfahren, Lesen, Schwimmen im See und der Arbeit im Garten kann sie abschalten. “Ich möchte mehr auf mich selbst achten”: Das ist ihr ganz wichtig. Das letzte Jahr war sie aufgrund ihrer Krebserkrankung nicht an der Schule. Nun steht das gesundheitliche Wohl an allererster Stelle.

Für Schulleiter Rudolf Schramm ist und bleibt sie die Sekretärin mit dem “Spezialwissen”. Sie hatte immer den Überblick, wusste über Schüler und Lehrer mehrerer Generationen Bescheid. Als Unterpieringer ihm die Sekretariatsschlüssel übergibt, spürt man, wie schwer es ihr fällt, ihren Arbeitsplatz endgültig zu verlassen. Ihre großen Augen füllen sich mit Tränen. Aber sie merkt selbst: Es ist Zeit zu gehen. “Jetzt kommen schon bald die Enkel der Schüler meiner Anfangszeit aufs Gymnasium.” Über deren verloren gegangene Busfahrkarten und vergessene Turnbeutel dürfen sich ihre jungen Kollegen kümmern. − pia

ANA vom 24.12.2016

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26.09.2017Jahrgangsstufentests I (D6, M8, E10)
28.09.2017Jahrgangsstufentests II (D8, M10, E6)
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28.10.2017Beginn der Herbstferien
05.11.2017Ende der Herbstferien
04.12.20172. Sitzung des Fördervereins im Schuljahr 2017/18 (Bibliothek)
23.12.2017Beginn der Weihnachtsferien
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10.02.2018Beginn der freien Tage um Fasching
18.02.2018Ende der freien Tage um Fasching
24.03.2018Beginn der Osterferien
08.04.2018Ende der Osterferien
19.05.2018Beginn der Pfingstferien
03.06.2018Ende der Pfingstferien
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28.07.2018Beginn der Sommerferien
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