Eine “Nobelpreisträgerin” erklärt, was der Dreck fürs Wetter bedeutet

Ex-Karlmann-Schülerin Prof. Heike Knicker sprach über den Boden und das Klima

 

Rund 70 Zuhörer fanden sich zur zweiten Auflage der Reihe “Karlmann im Gespräch” in der Aula des Gymnasiums ein. Stv. Schulleiter Dr. Ulrich Kanz (oben links) hieß die Gäste willkommen. Die ehemalige KKG-Schülerin Prof. Heike Knicker referierte über Auswirkungen des Bodenabbaus auf das Klima. − F.: Schwarz

Altötting. Den Zusammenhalt in der Schulfamilie stärken, gleichzeitig aber auch Außenwirkung erreichen und das Gymnasium als Einrichtung der Lehre und des Wissens ins öffentliche Bewusstsein rücken: Das sind nur drei Ansätze der Veranstaltungsreihe “Karlmann im Gespräch”, die im Vorjahr ins Leben gerufen worden ist. Im Mittelpunkt der Premiere im Februar 2016 stand der Namensgeber der Schule, König Karlmann, jener Herrscher, der sein Reich zeitweise von Altötting aus regierte und über den der Referent Prof. Franz Fuchs aus Würzburg die frohe Kunde verbreitete, dass er zumindest lesen konnte. Für ein Gymnasium nicht unerheblich.

Rund 70 Zuhörer fanden sich zur zweiten Auflage der Reihe "Karlmann im Gespräch" in der Aula des Gymnasiums ein. Stv. Schulleiter Dr. Ulrich Kanz (oben links) hieß die Gäste willkommen. Die ehemalige KKG-Schülerin Prof. Heike Knicker referierte über Auswirkungen des Bodenabbaus auf das Klima. − F.: SchwarzGing es bei der Erstauflage um ein historisches Thema, so stand der Vortrag am Montag in der Schulaula im Zeichen der Naturwissenschaften. Zweiter Unterschied: War beim Thema Humus der Bezug zu Altötting eher allgemein und abstrakt, so ist die Beziehung der Referentin nur allzu konkret. Denn Heike Knicker hat 1985 am KKG ihr Abitur gemacht, studierte dann in Regensburg Biologie, ehe sie am Lehrstuhl für Biophysik und physikalische Biochemie promovierte. Nach einer Forschungszeit in den USA habilitierte sie am Lehrstuhl für Bodenkunde der TU München.

Seit 2008 arbeitet Prof. Knicker wissenschaftlich in Sevilla. Insbesondere mit ihren Forschungen in der Bodenkunde und Bodenbiochemie in Spanien, Brasilien, Chile, USA und Australien über wissenschaftliche Fachgrenzen hinweg hat sie sich einen Namen gemacht. Im Frühjahr 2016 wurde Knicker mit der Philippe-Duchaufour-Medaille der Europäischen Vereinigung der Geowissenschaften ausgezeichnet – dem “Nobelpreis der Bodenkunde”.

Mit dem plakativen Titel “Ändert sich das Wetter, wenn der Dreck weg ist? Die Rolle des Humus für den Klimawandel” war der Vortrag überschrieben. Und die rund 70 Zuhörer erfuhren viel darüber, was Humus und Torf, Bodenbildung und Ab- oder gar Raubbau an der Natur für das Klima bedeuten. Boden ist Lebensraum für Tiere, Pflanzen und Mikroorganismen, Bodenbildung findet ständig, aber langsam statt – durch biologische, chemische und physikalische Vorgänge. Pro Jahr bilden sich laut Knicker 0,1 Millimeter Boden in unseren Breiten – wohingegen 1 bis 3 Millimeter verlorengingen, etwa durch baulich bedingte Bodenversiegelung, Überweidung, Erosion oder Brände.

Boden sei wie eine Klimaanlage, verfüge über Wasserhaltekapazitäten, sei ein Kohlenstoffspeicher. “Im Humus ist zweieinhalb mal soviel CO2 gespeichert, wie in der Atmosphäre vorhanden ist”, sagt Knicker. Aber auch andere Treibhausgase wie Lachgas oder Methan spielen eine Rolle.

Der Klimawandel müsse als komplexes Thema betrachtet werden. Es gebe Modellrechnungen, dass die Durchschnittstemperaturen steigen, dass Wetterereignisse extremer werden, dass es Dürreperioden gibt, dass das Polareis schmilzt. Das seien Prognosen.

Aber es gebe einen unbedingten Zusammenhang zwischen Boden und Klima, erklärt Knicker. Unbestritten sei: “Mit dem Landbau und dem Abbau von Humus sorgt der Mensch für mehr CO2 in der Atmosphäre.”

Was also ist zu tun? Knicker zählt auf: nachhaltige Flächennutzung, Erosion und Verwüstung vermeiden, Stickstoffdüngung optimieren, die Bodenbearbeitung reduzieren, Ernterückstände einarbeiten. Es gebe auch wissenschaftliche Projekte etwa zum Thema Biokohle.

Der “Nobelpreisträgerin” Fazit: “Der Dreck, auf dem wir gehen, ist wertvoll – ökologisch, fürs Klima und als Kohlenstoffspeicher. Er ist genug wert, um ihn zu schützen.”

Und nach dem Vortrag und nach Nachfragen zu den Themen Biokohle und Erosionsschutz im Landkreis (die Heimatzeitung wird noch gesondert berichten) gab es schließlich Zeit genug, dem Namen der Veranstaltungsreihe gerecht zu werden: In der Mensa konnten die Gäste untereinander und mit der Referentin ausführlich ins Gespräch kommen.

Termine

DatumTermin
25.09.20171. Sitzung des Fördervereins im Schuljahr 2017/18 (Bibliothek)
26.09.2017Jahrgangsstufentests I (D6, M8, E10)
28.09.2017Jahrgangsstufentests II (D8, M10, E6)
03.10.2017Tag der deutschen Einheit (unterrichtsfrei)
28.10.2017Beginn der Herbstferien
05.11.2017Ende der Herbstferien
04.12.20172. Sitzung des Fördervereins im Schuljahr 2017/18 (Bibliothek)
23.12.2017Beginn der Weihnachtsferien
07.01.2018Ende der Weihnachtsferien
10.02.2018Beginn der freien Tage um Fasching
18.02.2018Ende der freien Tage um Fasching
24.03.2018Beginn der Osterferien
08.04.2018Ende der Osterferien
19.05.2018Beginn der Pfingstferien
03.06.2018Ende der Pfingstferien
25.07.2018Schulfest (Sommerfest)
26.07.20182. Wandertag
27.07.2018letzter Schultag vor den Sommerferien (Gottesdienst, Ausgabe der Jahreszeugnisse, Schulschluss: ca. 10.25 Uhr)
28.07.2018Beginn der Sommerferien
10.09.2018Ende der Sommerferien

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Letztes Update

  • 20.09.2017 - 14:30:21