“Freude, die von innen strahlt”

Menschen 2011: Rainer Jonda über sein Leben als Pensionist, seine Reisen nach Brasilien und seine Stiftung

Burghausen/Altötting. Die Restbräune verblasst zwar langsam, die gute Laune aber und die vielen Geschichten sprudeln nur so aus ihm heraus: Rainer Jonda, ehemaliger Direktor des Altöttinger König-Karlmann-Gymnasiums, ist seit gut vier Wochen aus Brasilien zurück. Knapp drei Monate lang bereiste der 63-Jährige das südamerikanische Land. Er besuchte Hilfsprojekte, traf Menschen und manchmal unterrichtete er sogar ein bisschen.

Jonda Brasilien 2011Stiftung im Namen der toten Ehefrau  “Und es klappt noch”, sagt er und lacht. So ganz ernst gemeint war der Einwurf auch nicht. Schließlich ist der Pädagoge erst seit gut vier Monaten in Pension. Kaum waren die Abschiedsfeiern an der Schule beendet, ging es auch schon an die Planung für die nächste große Reise. Wie die sechs vorangegangen Fahrten sollte es wieder nach Brasilien gehen. Zu zwei Hilfsprojekten, die ihm am Herzen liegen, und zu den vielen Menschen, die er dort kennen gelernt hat.

Nach dem Tod seiner Frau Lydia im Jahr 2007 suchte Rainer Jonda eine Aufgabe. Einen Lebensinhalt, etwas das Sinn stiftet, wie er sagt. Und er fand dies in Brasilien. “Ich habe das Bedürfnis gehabt, etwas zu machen, das in Lydias Sinne gewesen wäre”, erinnert er sich heute. Fest stand nur, dass es Kindern zu Gute kommen sollte. Die Jüngsten der Gesellschaft, die ihm auch in seiner Arbeit als Lehrer am Herzen lagen, wollte er unterstützen. Dass es dann das südamerikanische Land werden sollte, war ein Zufall. Kurz nach dem Tod der Frau lernte er Pater Gerd Brandstetter kennen. Der Geistliche erzählte ihm von seinem Projekt AMECC in Guarabira. “Das passt”, dachte sich Jonda und seitdem ist er mit Leidenschaft dabei. Mit Ruas e Praças kam noch ein zweites Projekt hinzu, dass Jonda seit vier Jahren unterstützt. Mittlerweile übrigens auch mit einer eigenen Stiftung namens “Lydia Jonda”, die sich für Kinder in schwierigen, sozialen Lebensumständen einsetzt.

Ruas e Praças hilft Straßenkindern in Recife und bietet ihnen eine Perspektive. Mit Geldern aus Deutschland konnte beispielsweise ein heruntergekommener Bauernhof umgebaut werden, in dem die Kinder nun ein ruhiges Wochenende verbringen können. “Haus Lydia” heißt der Zufluchtsort. Eine kleine silberne Tafel erinnert heute an Jondas Frau. “Ich freue mich jedes mal wieder, wenn ich das Schild sehe.” Vier Jahre sind seit dem Zusammentreffen mit Brandstetter vergangen − und Jonda war allein in dieser Zeit sieben Mal in Brasilien. Einen achten Besuch plant er für Ostern.

In den vergangenen drei Monaten hat Rainer Jonda, den alle vor Ort nur “Hainer” nennen, die Hilfsprojekte besucht, mit den Kindern gesprochen, manchmal auch ein bisschen Deutsch unterrichtet − die Zeit allerdings auch ganz privat zum Reisen genutzt. Er mag Land und Leute, das wird aus seinen Erzählungen deutlich. Ihre Leichtigkeit, ihre Freude. “Das Lebensgefühl fasziniert mich”, gibt Jonda unumwunden zu. “Sie lachen auch dann noch, wenn man meint, sie müssten mit dem Leben hadern.” Ohne das Leben der Brasilianer sozialromantisch verklären zu wollen, hat ihn ihre Lebenseinstellung gepackt. “Könnte schon sein, dass das ein bisschen auf mich abgefärbt hat”, sagt er. Auch die neue Lebensgefährtin an seiner Seite − ebenfalls eine Brasilianerin − gibt dem Witwer ein südländisches Lebensgefühl. “Manchmal denke ich mir schon, ob vieles in Deutschland nicht zu kleinkrämerisch gesehen wird.”

Mit einem Lächeln schnappt er sich ein Urlaubsfoto. “Das ist mein Patenkind Diego.” Der heute 15-Jährige lebt zusammen mit seinem kleinen Bruder im Kinderdorf von Gerd Brandstetter. Die Mutter ist Alkoholikerin Einsatz gibt ihm tiefe Zufriedenheit und nicht in der Lage, sich um die Kinder zu kümmern. Per Gerichtsbeschluss kamen sie in das Dorf. “Ein fröhlicher Kerl. Wir haben uns damals vor vier Jahren kennen gelernt und das hat einfach gepasst.” Jedes Mal wenn Jonda in Brasilien ist, besucht er auch Diego. Die Treffen mit den Menschen, die sich dort engagieren und die er mit seiner Stiftung und dem gespendeten Geld unterstützen kann, geben ihm eine tiefe Zufriedenheit. “Es ist eine Freude, die von innen strahlt”, sagt er.

Oft ist er in den vergangenen Wochen und Monaten gefragt worden, ob ihm die Schule fehlt. “Und ich muss sagen, eigentlich nicht”, sagt er mit leicht verwundertem Ton. Es sei eine wunderschöne Zeit gewesen und er möchte sie auch nicht missen: “Aber das ist vorbei.” Ein neues Kapitel hat für Rainer Jonda begonnen − und das spielt zu großen Teilen in einem Land namens Brasilien.

Stiftung Lydia Jonda, Konto-Nr.: 375 1790 179, BLZ: 700 205 00, Bank für Sozialwirtschaft.

Termine

DatumTermin
25.09.20171. Sitzung des Fördervereins im Schuljahr 2017/18 (Bibliothek)
26.09.2017Jahrgangsstufentests I (D6, M8, E10)
28.09.2017Jahrgangsstufentests II (D8, M10, E6)
03.10.2017Tag der deutschen Einheit (unterrichtsfrei)
28.10.2017Beginn der Herbstferien
05.11.2017Ende der Herbstferien
04.12.20172. Sitzung des Fördervereins im Schuljahr 2017/18 (Bibliothek)
23.12.2017Beginn der Weihnachtsferien
07.01.2018Ende der Weihnachtsferien
10.02.2018Beginn der freien Tage um Fasching
18.02.2018Ende der freien Tage um Fasching
24.03.2018Beginn der Osterferien
08.04.2018Ende der Osterferien
19.05.2018Beginn der Pfingstferien
03.06.2018Ende der Pfingstferien
25.07.2018Schulfest (Sommerfest)
26.07.20182. Wandertag
27.07.2018letzter Schultag vor den Sommerferien (Gottesdienst, Ausgabe der Jahreszeugnisse, Schulschluss: ca. 10.25 Uhr)
28.07.2018Beginn der Sommerferien
10.09.2018Ende der Sommerferien

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  • 20.09.2017 - 14:30:21