Frischer Wind am König-Karlmann-Gymnasium

Nach drei Jahren als Stellvertreter übernimmt Rudolf Schramm den Posten des Direktors am KKG

Altötting. Nach neun Jahren gibt es an der Spitze des König-Karlmann-Gymnasiums einen Wechsel. Auf Rainer Jonda, der im Sommer in Ruhestand gegangen ist, folgt sein ständiger Stellvertreter Rudolf Schramm. Der 42-Jährige ist seit August 2008 an der Altöttinger Schule. “Ich freue mich auf die Aufgabe”, so Schramm, auch wenn die ersten Wochen nicht sehr einfach gewesen sind, spricht er unter anderem einen Todesfall im Lehrerkollegium an (siehe unten stehenden Artikel).

Schulleiter Rudolf SchrammErster Berufswunsch: Ingenieur. Schramm wurde am 17. August 1969 in Trostberg geboren. Nach dem Besuch der Volksschule in Tacherting legte er am Hertzhaimer-Gymnasium in Trostberg das Abitur mit einer Note von 1,8 ab. “Für mich war damals noch nicht gleich klar, dass ich einmal Lehrer werden möchte”, erinnert er sich zurück. Zu Schülerzeiten sei sein Berufswunsch eher in Richtung Ingenieur gegangen.

Allerdings habe es Ende der 80er-Jahre einen großen Mangel an Mathe- und Physiklehrern gegeben, so dass er sich letztendlich für den Lehramtsstudiengang an der LMU München eingetragen hat. “Nach einem halben Jahr Studium war dann der Wunsch fest da, Lehrer zu werden.”

Nach Stationen als Lehramtsassessor am Ruperti-Gymnasium in Mühldorf und als Studienrat an seiner Heimatschule, dem Hertzhaimer-Gymnasium, schlug Schramm einen ganz anderen Weg ein: Er wechselte ans Kultusministerium in München. “Ein Angebot, in solch ein Gremium zu wechseln, bekommt nicht jeder”, erzählt er stolz. Für gut fünf Jahre lag sein neuer Aufgabenschwerpunkt in der Betreuung von EDV-Verfahren, zum Beispiel der Organisation der Weiterentwicklung der Bayerischen Schulverwaltungsprogramme. “Den Schritt habe ich nie bereut. Es war eine positive Erfahrung, mal aus der Schule rauszukommen”, meint der neue Direktor. Aber mittlerweile ist er schon wieder froh, unterrichten zu dürfen. Wenn auch in abgespecktem Umfang, denn als Rektor gibt er nur noch drei Stunden pro Woche. “Das ist schon ein Wermutstropfen.” Immerhin ist er somit aber nicht mehr ganz weg.

Eine wichtige Aufgabe wird es sein, den Umbruch am König-Karlmann-Gymnasium zu organisieren, schließlich würden in den nächsten Semestern noch einige Lehrer in den Ruhestand gehen. “Alleine in der Fachschaft Mathe/Physik sind es vier im nächsten Jahr. Das wird eine Herausforderung.”

Wichtiges Projekt:Ganztagesklasse  Einige Sachen wurden aber auch schon geschaffen, wie zum Beispiel die neue gebundene Ganztagesklasse. “Die haben wir heuer zum ersten Mal. Wir haben dazu eigens ein Konzept entwickelt, das funktionieren müsste”, so Schramm. Das muss es auch, schließlich sei es das “Aushängeschild der Schule”, zumal kein anderes Gymnasium der Region so etwas anbiete. “Am Anfang lief die Anmeldung dazu etwas schleppend, aber wir haben jetzt 25 Schüler für dieses Projekt”, freut sich Schramm.

Alt-Neuöttinger Anzeiger vom 13. September 2011