Mit Fritz und Susi Physik erklärt

Traunreuter Schüler Samuel Höra gewinnt den 1. Junior Science Slam und darf jetzt zu den “Erwachsenen” nach Gendorf

Altötting. Wer glaubt, dass wissenschaftliche Vorträge zu komplexen Themen per se staubtrocken sind, der wurde am Freitagabend im König-Karlmann-Gymnasium eines Besseren belehrt: Beim 1. Junior Science Slam präsentierten Schüler von TUM-Cluster-Schulen aus Südostoberbayern auf unterhaltsame und möglichst leicht verständliche Weise naturwissenschaftliche Phänomene. Als Sieger ging Samuel Höra vom Johannes-Heidenhain-Gymnasium Traunreut hervor, der nun bei den “Großen” beim 2. Science Slam in Gendorf auftreten darf.

Viele Freunde und Verwandte der Slamer waren da und stimmten für ihren Favoriten bei der Publikumswahl.Allein oder in Zweierteams eiferten neun Schüler um die Gunst des Publikums und der Jury, bestehend aus Landrat Erwin Schneider, Altöttings 2. Bürgermeister Wolfgang Sellner, Markus Hochreiter von der Sparkasse Altötting-Mühldorf, Dr. Helmut Lochhaas von der Firma 3M, Chemiepark-Geschäftsleiter Dr. Bernhard Langhammer und Markus Thoma von der OMV.

“Drei, zwei, eins – slam!” Sobald die Moderatoren, Biologie- und Chemielehrer Holger Gottschalk und Christina Lechner, gemeinsam mit dem Publikum die Vorträge mit einem Kommando freigegeben hatten, legten die Nachwuchswissenschaftler los. Es war beachtlich, welche Themen sich die Schüler vorgenommen hatten, vor allem im Hinblick auf das zeitliche Limit von zehn Minuten.

Nach vollendetem Slam: Sieger Samuel Höra nahm die Wildcard von Juror und Gendorfer Chemiepark-Leiter Dr. Bernhard Langhammer entgegen. Neben ihm der Zweitplatzierte und Publikumsfavorit Michael Schmitzberger. Zuvor hatte es sich auch Karlmann-Schulleiter Rudolf Schramm nicht nehmen lassen, mit zu slamen (rechtes Bild). − F.: ScheiblhuberDen Anfang machten Jessica Kolb und Leyla Razic vom KKG mit einem Physikvortrag zu einer Fit-for-fun-Diät. Theorien von Einstein und Newton veranschaulichten die beiden mithilfe ihres Maskottchens Micki. Michael Schmitzberger vom KuMax-Gymnasium Burghausen erklärte, was ein Feuerwerk mit den Begriffen “Vollidioten”, “Maiwiesn” und “Krebsforschung” zu tun hat. Seratonin, Adrenalin und Dopamin – Antonia Brunnhuber und Benedikt Schmidt vom Chiemgau-Gymnasium Traunstein erklärten anhand von Maskottchen Stony und Babsi wie körpereigene Drogen freigesetzt werden. Samuel Höra beschrieb auf lockere Weise, was LED ist. Der Traunreuter Schüler verstand es, mit einem Seitenhieb auf die aktuelle politische Situation in den USA, die Funktionsweise zu erklären: Den Minuspol nannte er Fritz und siedelte ihn in Mexiko an, während der Pluspol Susi in Amerika lebte. Die Sperrschicht zwischen den Polen wurde zur Mauer zwischen den beiden, ein Schalter zur Zugbrücke, die freigesetzte Energie wurde von den Schreien symbolisiert.

Was schwarze Löcher sind, wie sie entstehen und dass es sich dabei eigentlich um keine Löcher handelt, damit beschäftigte sich David Broz vom Aventinus-Gymnasium Burghausen. Beim abschließenden Slam drehte sich alles um das Thema “Neutralisation – wenn sauer nicht lustig, sondern neutral macht”. Dabei erklärten Ida Klein und Simon Prechtl vom Hertzhaimer-Gymnasium Trostberg, wie sich Säuren und Basen gegenseitig neutralisieren.

Nach einer Pause, in der das Publikum zur Stimmabgabe aufgerufen war, wagte sich auch KKG-Schulleiter Rudolf Schramm auf die Bühne. Er begeisterte das Publikum mit einem Slam zur Lichtmühle, eine Glaskugel mit einem sich im Inneren befindlichen beweglichen Flügelrad. Danach stand die Siegerverkündung an: Als Publikumsliebling wurde Michael Schmitzberger mit seinem aus dem Leben gegriffenen und leicht verständlich präsentierten Vortrag zum Feuerwerk ausgezeichnet. Der Jury-Favorit war Samuel Höra. Ihm wurde von Dr. Bernhard Langhammer die Wildcard, das Ticket zur Teilnahme am 2. Gendorfer Science Slam am 10. Februar, überreicht. Den zweiten Platz belegte Publikumssieger Schmitzberger, auf Platz drei landeten Antonia Brunnhuber und Benedikt Schmidt.− pia

ANA vom 30.01.2017

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