Sie stehen für über 120 Lehrerjahre am KKG

Direktor Rainer Jonda verabschiedete Daniela del Negro, Paul Alexy, Hermann Forster und Richard Rappl

Alt-/Neuötting. Sie stehen insgesamt für über 120 Lehrjahre am König-Karlmann-Gymnasium − beim Sommerkonzert im Stadtsaal Neuötting wurden Studiendirektor Paul Alexy und Oberstudienrat Hermann Forster sowie in Abwesenheit Daniela del Negro und Oberstudienrat Richard Rappl in den Ruhestand verabschiedet. Sie waren seit über 30 Jahren am KKG tätig.

Direktor Rainer Jonda würdigte Paul Alexy als einen Lehrer, der in seinem Beruf aufging und der nicht müde wurde, zu kritisieren, wenn die Politiker den Stellenwert seines Faches, dem Sport, nicht genug schätzten und Sport-Stunden sparten. Der junge Paul Alexy hatte sich schon während seiner Referendarzeit für die Fächer Sport und Erdkunde am KKG beworben − schließlich unterrichtete auch seine Frau Silvia hier. Ab 1979 übernahm der Landkreis Alexy ins Beamtenverhältnis. Er war der Mann der Schulskikurse. Auch außerhalb der Schule engagierte sich Alexy für den Sport, war viele Jahre Übungsleiter beim TSV Neuötting, engagierte sich beim Altöttinger Halbmarathon.

Hermann FoBei der Verabschiedung der Lehrkräfte: (von links) Schulleiter Rainer Jonda, Hermann Forster, Brigitte Rappl in Vertretung ihres erkrankten Ehemanns Richard Rappl und Paul Alexy.  − Foto: Lambachrster, Studiendirektor für Mathematik und Physik, war es Jonda zufolge stets ein Anliegen, die Neugier der Schüler an den Naturwissenschaften, vor allem aber an der Physik, zu wecken. In seinen ersten Jahren an der Schule gründete er zwei Volleyball-Lehrermannschaften − mit denen er sogar in die USA reiste. Auch er ist seit über 30 Jahren am KKG tätig.

In Abwesenheit verabschiedet wurde Daniela del Negro, eine gebürtige Pragerin, die die Fächer Mathematik, Musik und Sport studiert hatte. 1971 kam sie nach Pfarrkirchen. 1977 wurde sie als Fachlehrerin in die Dienste des Landkreises übernommen wurde. An der Schule engagierte sie sich besonders für den Schwimmsport, bei den Skikursen war sie, so Jonda, Skilehrerin und fürsorgliche Krankenpflegerin gleichermaßen.

Richard Rappl war 1981 an das Landkreisgymnasium gekommen. Mit den Studienfächern Latein, Griechisch, Geschichte und Sozialkunde hat er Jonda zufolge die Schüler „mit klarer Ansage, rhetorischem Geschick und viel Wohlwollen in die Welt der Antike“ eingeführt. In den letzten Jahren erkrankte Rappl und konnte seit einem halben Jahr seinen Dienst nicht mehr ausüben.

Mit dem Ende des Schuljahres wird auch Direktor Rainer Jonda das Karlmann-Gymnasium in Richtung Ruhestand verlassen. Für ihn wird es zwar eine eigene Abschiedsfeier geben. Beim Sommerkonzert, so fand die musikalische Leiterin Birgit Heckhausen, sollte Jonda aber weder seinen Schülern noch seinen Kollegen so ohne weiteres davonkommen: Sie hatte eigens für ihn zwei völlig konträre Lieder einstudieren lassen. Mit „An Irish blessing“ gab der gemischte Chor Jonda die besten Wünsche mit auf den Weg.

Und dann „schenkten“ die Schüler ihm mit „Satisfaction“ von den „Rolling Stones“ ein Lied, das eigentlich als Kritik an der zunehmenden Kommerzialisierung geschrieben worden war und das, so Heckhausen, zum „Programm für den kommenden Unruhestand“ werden möge: 1965 kam das Lied heraus, Jonda war damals gerade 17 Lenze jung und wurde Fan der Stones. Er blieb es und besuchte auch deren Konzerte − zuletzt, als die „Stones“ 2006 im Münchner Olympiastadion waren. − ina

Alt-Neuöttinger Anzeiger vom 04. Juli 2011