“Wir setzen auf die Vernunft unserer Schüler”

Nach Beschwerden von Anwohnern über lärmende und Müll wegwerfende Jugendliche: Rücksicht wird eingefordert

Altötting. Sie ziehen lärmend durch das neue Baugebiet, lassen Müll auf der Straße zurück oder entsorgen ihn gleich in den angrenzenden Gärten: Schüler des Schulzentrums Nord, die in Freistunden und Pausen zum Einkaufsmarkt an der Neuöttinger Straße und wieder zurück gehen, sind zu einem Ärgernis für die Anwohner der Pater-Altmann-Straße geworden − weil sich ein Teil von ihnen daneben benimmt. Deshalb hat einer der Betroffenen stellvertretend für andere bei der Stadt beantragt, den Durchgang von der Kardinal-Wartenberg- in die Pater-Altmann-Straße zu schließen. Im Oktober beschloss der Planungsausschuss, vor einer Entscheidung das Gespräch mit den Schulleitern zu suchen, damit diese die Schüler zur Rücksichtnahme anhalten.

Pater-Altmann-StrasseDieses Gespräch zwischen Bürgermeister Herbert Hofauer und den Direktoren der drei betroffen Schulen hat zwischenzeitlich stattgefunden, die Schulleiter haben reagiert. Rudolf Schramm vom König-Karlmann-Gymnasium ist in der Sache offensiv geworden. Es habe eine Durchsage gegeben mit der klaren Aufforderung, auf die Anwohner Rücksicht zu nehmen. Zudem sei er selbst mehrere Male vor Ort gewesen. Dabei habe er keine Auffälligkeiten beobachtet. “Wir haben präventiv alles gemacht, was wir konnten. Wir setzen auf die Vernunft unserer Schüler und hoffen, dass es was bringt.”

“Einige Schüler sindzu weit gegangen”  Zumindest seien seither keine Beschwerden am KKG eingegangen. Das sei aber auch vorher nicht der Fall gewesen, die Klagen der Anwohner seien ja direkt an die Stadt herangetragen worden. Auch wenn sich die Situation aus Schramms Sicht nicht so schlimm darstellt: Dass es vereinzelt Probleme gibt, hat er mitbekommen − seinen Informationen nach speziell mit einem Anwohner, der offensichtlich auch etwas überreagiere. “Auf den haben sich einige Schüler eingeschossen und sind dabei zu weit gegangen.”

Ein Anwohner kann zumindest bestätigen, dass die Belästigungen durch Lärm und Müll zuletzt etwas zurückgegangen sind − das allerdings wohl nur jahreszeitlich bedingt durch die Kälte, wie er vermutet. Denn die Frequenez der Schüler, die durch die Siedlung zum Einkaufen gehen, sei gleich geblieben, lediglich die Verweildauer geringer geworden. “Die Gruppen, oft bis zu 20 Leute, bleiben jetzt nicht mehr so oft stehen. Im Sommer wird das sicher wieder anders. Dann gehen sie zum Trinken und Rauchen sogar bis in die Wendehämmer hinein, weil die noch schlechter einzusehen sind”, befürchtet er.

Ähnlich sieht es ein anderer Anwohner. Die letzten beiden Wochen seien zwar “zum Genießen” gewesen, wie er sagt, doch das habe einen einfachen Grund − es waren Ferien. Die Formel ist einfach: keine Schule, keine Schüler, kein Ärger. In den Wochen davor habe sich die Situation ganz anders dargestellt. Auch nachdem die Sache im Planungsausschuss behandelt worden war, habe sich nichts geändert. Schüler seien weiterhin lärmend durch die Straße gezogen und hätten ihren Müll zurückgelassen. “Es ist zugegangen wie immer”, sagt der Anwohner konsterniert. In einem Fall − dieser betraf die Berufsschule − habe er den Schüler, der eine Cola-Dose gegen die Hauswand geschleudert habe, zur Rede gestellt, sei dann ins Schulhaus gegangenen und habe das Vorkommnis angesprochen. “Am nächsten Tag war ein Entschuldigungschreiben im Postkasten.” In der Berufsschule sei das Problem erkannt, sagt der Nachbar, doch zum Besseren gewendet habe sich noch nichts.

“Mich würde dasauch ärgern”  Den Vorfall, den der Anwohner anführt, bestätigt Carlo Dirschedl, der Leiter der Berufsschule. Dieser sei seines Wissens nach aber der einzige in den Wochen vor den Ferien gewesen, bei dem eine Beschwerde eingegangen sei. “Zu behaupten, das wäre jetzt abgestellt, wäre aber sicher vermessen.” Dass es immer wieder zu unliebsamen Ereignissen kommt, das weiß Dirschedl jedenfalls. Und er kann die Anwohner gut verstehen: “Mich würde das auch ärgern.”

Dennoch stellt der Schulleiter klar: “Wir haben nur geringe Möglichkeiten, darauf einzuwirken.” Nach der Besprechung mit Bürgermeister Hofauer sei das Thema von allen Klassenleitern aufgegriffen worden. Zudem sei ein Appell zur Rücksichtnahme auf das hausinterne Info-Leitsystem gespielt worden, so dass er den Schülern immer wieder ins Gedächtnis gerufen wird − besonders wichtig an der Berufsschule mit ihrer großen Fluktuation von Schülern.

Eine rechtliche Handhabe habe man aber nicht, so Dirschedl weiter. In der Mittagspause das Schulgelände zu verlassen, könne man keinem Schüler verbieten. Auch seien viele von ihnen erwachsen, außerhalb des Schulgeländes dürften sie rauchen und Alkohol trinken. Zudem sei die Schülerschaft an der Berufsschule ein Abbild der ganzen Breite der Gesellschaft − und Rücksichtnahme sei lange nicht für alle eine Selbstverständlichkeit.

Eben deshalb glauben die Anwohner nicht an eine dauerhafte Besserung − und hoffen, dass der Antrag, den Durchgang von der Kardinal-Wartenberg- in die Pater-Altmann-Straße zu schließen, doch noch befürwortet wird. “Irgendwann geht es nicht mehr anders”, ist sich der Antragsteller sicher. Und vor allem: “Für die Schüler wäre es nur ein geringer Umweg, den sie in Kauf nehmen müssten. Und wir hätten, ruckzuck, wieder viel mehr Wohnqualität.”

Die geforderte Schließung des Durchganges hält Rudolf Geier, Direktor der Beruflichen Oberschule, für sinnvoll. Die Schüler müssten zwar einen Umweg gehen, aber “sie kommen problemlos außen rum und sind auf diesem Weg nicht verkehrsgefährdet”, sagt der Leiter von FOS und BOS.

Seine Schüler seien allerdings ohnehin nicht betroffen. Das habe im Haus eruiert. Dennoch habe er auf den Termin mit den drei Schulleitern bei Bürgermeister Hofauer im Nachklang besagter Sitzung des Planungsausschusses hin reagiert. Er habe das Thema in der Konferenz der Lehrer angesprochen, diese hätten das Gebot der Rücksichtnahme an die Klassen weitergegeben.

Schulen”sehr kooperativ”  Ob die endgültige Entscheidung über die beantragte Schließung der fußläufigen Verbindung wie im Oktober vorgesehen noch im Januar getroffen wird, steht noch nicht fest. Die nächste Sitzung des Planungsausschusses wäre zwar am 31. des Monats, doch brauche man einerseits ein längeres Zeitfenster, um verlässliche Aussagen über die jüngste Entwicklung treffen zu können, andererseits müssten die Informationen von Schulen und Anwohnern dann auch noch eingeholt werden, wie Richard Wiesinger vom Bauamt erklärt. Die Schulen seien jedenfalls “entgegenkommend und sehr kooperativ” gewesen, auch habe es in den vergangenen Wochen keine Beschwerden mehr gegeben. Den ersten Eindrücken nach, die man vor Ort gewonnen habe, liege auch weniger Müll auf der Straße herum, so Wiesinger.

ANA vom 11.01.2012, sh

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