Wie das König-Karlmann-Gymnasium mit der Schließung der Sporthalle umgeht

Das ist wohl Geschichte: Schülerinnen des König-Karlmann-Gymnasiums bei einer Einrad-Darbietung im Jahre 2017 in der Schulturnhalle, die nun wegen potenziell fehlender Standfestigkeit nicht mehr genutzt werden darf und wohl abgebrochen wird. – Foto Schwarz

Altötting. Die Turnhalle des König-Karlmann-Gymnasiums darf nicht mehr für den Sportunterricht oder andere Veranstaltungen genutzt werden. Wie gestern ausführlich berichtet, ist die notwendige Standfestigkeit der Halle nicht mehr gegeben, die Dachkonstruktion weist Risse auf. Dennoch gibt es weiter Sportunterricht am KKG, betont Schulleiter Rudolf Schramm, auf Nachfrage der Heimatzeitung – wenn auch nicht in vollem Umfang.
„Die Kollegen sind da sehr kreativ“, lobt Schramm. So würden Räume zweckentfremdet. Der Filmsaal etwa werde zum Fitnessraum, der Gang zu den Umkleiden genutzt und in der Aula finde „Bewegungskunst“ statt – also Tanz oder Jonglage etwa. Nachdem auch Sporttheorie zum Lehrplan gehört, werde diese aktuell verstärkt unterrichtet und diesbezügliche Leistungsnachweise würden auch erhoben.
Und jetzt im Frühherbst sei Sportunterricht auch noch im Freien möglich. Das großzügige Sportgelände biete viele Möglichkeiten. Ebenso würden Waldläufe etwa entlang des Mörnbachs unternommen. Diese Angebote würden bei entsprechend trockener Wetterlage so lange wie möglich genutzt – auch wenn die Temperaturen sinken. Schramm appelliert an Schüler und Eltern, für warme Sportkleidung Sorge zu tragen. Darauf werde er auch im nächsten Elternbrief hinweisen, sagt der Schulleiter.
Dennoch macht er keinen Hehl daraus, dass Sport nicht in vollem Umfang stattfinden kann. Schwimmunterricht etwa müsse auch entfallen, da das Kreishallenbad als Corona-Testzentrum genutzt wird.
Großer Wert aber werde darauf gelegt, dass der Oberstufe in Vorbereitung auf das Abitur möglichst das volle Programm geboten werden kann. Dazu bedarf es der Verschiebung von Stunden und Unterrichtsinhalten, etwa dass der Stoff von zwei Halbjahren in der Reihenfolge getauscht werde und aktuell die Theorie gelehrt wird. Und im Landratsamt werde daran gearbeitet, Hallenkapazitäten anderer Schulen fürs KKG umzuplanen. Der Schwimmunterricht könnte in Burghausen stattfinden oder auf die Sommermonate und ins Freibad St. Georgen verlegt werden.
Viel Improvisation sei jetzt nötig, sagt Schulleiter Schramm, weil die Hallenschließung doch unerwartet kam. Allerdings sei sie im Coronajahr, in dem auch der Sportunterricht eingeschränkt ist, vielleicht sogar leichter zu verkraften. „Der Zeitpunkt ist nicht der schlechteste“, meint der Oberstudiendirektor. Denn diese Situation hätte das KKG sowieso über kurz oder lang getroffen, denn die Halle steht seit Jahren auf der Investitionsliste des Landkreises. Und nun gebe es die Aussicht, schon früher eine neue Halle zu bekommen als erhofft. – ecs – ANA vom 02.10.20

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