Formelle Beschlüsse der Kreisgremien fehlen zwar noch, aber Bundesfördermittel werden schon beantragt

Zutritt verboten: Rudolf Schramm, Schulleiter des König-Karlmann-Gymnasiums, am Eingang zur seit dem Schuljahresbeginn gesperrten Turnhalle,
deren Standfestigkeit nicht mehr ausreichend ist. 46 Jahre war sie Sportstätte, jetzt ist sie baufällig und soll abgerissen werden. – Foto: Schwarz

Altötting. Die Mitglieder, sowohl des Kreisausschusses als auch des Schulausschusses des Kreistages, sehen keine Alternative zum Abriss der maroden Dreifachturnhalle des König-Karlmann-Gymnasiums und dem Bau einer neuen Halle. Das wurde in den Sitzungen am Mittwochnachmittag deutlich. Der Kreisausschuss hat darüber hinaus einstimmig den Beschluss gefasst, sich am Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ zu beteiligen, um einen möglichst hohen staatlichen Zuschuss zu erreichen. Ersatzbauten werden nämlich auch gefördert. Der Höchstfördersatz liegt bei 45 Prozent, gedeckelt bei 3 Millionen Euro. Der Antrag muss bis 13. November gestellt werden.
MdB Stephan Mayer (CSU), Staatssekretär im Innen- und Bauministerium, das das Sanierungsprogramm aufgelegt hat, informierte, es sei der Nachweis zu führen, dass ein Neubau effektiver ist als eine Sanierung, was bei der KKG-Turnhalle unschwer erkennbar ist. Gewissheit, an das Fördergeld zu kommen, gebe es nicht, weil das Programm „zigfach überzeichnet“ sein dürfte. Auch Neuötting, Töging und Reischach hätten für kommunale Projekte Anträge gestellt. Wichtig sei, dass der Antrag fristgerecht eingeht. Denn selbst, wenn der Landkreis in der ersten Runde nicht zum Zuge kommt, bleibe die Bewerbung bestehen und könnte zu einem späteren Zeitpunkt bedacht werden, denn Mayer zeigte sich überzeigt, dass das Förderprogramm fortgesetzt wird. Bei einer früheren Auflage seien aus den Landkreisen Altötting und Mühldorf sechs Projekte eingereicht und vier davon unterstützt worden.
Landrat Erwin Schneider betonte, mit dem Antrag auf Bundesförderung gehe nicht der Beschluss zum Abriss und Neubau einer Turnhalle an derselben Stelle einher. Allerdings sei dieser Weg der einzig gangbare. „Der Gutachter kommt zum Ergebnis, dass die Halle wirtschaftlich nicht sanierbar ist“, sagte der Landrat. Der Statiker Prof. Detleff Schermer stellte seine Erkenntnisse im Schulausschuss in nichtöffentlicher Sitzung vor. Beide Kreistags-Ausschüsse folgten der Einschätzungen bezüglich des Bauzustandes einhellig.
Hans Steindl (SPD) wollte wissen, wie das Notprogramm für den Schulsport im KKG aussieht, nachdem wohl mindestens zweieinhalb Jahre lang keine eigene Turnhalle zur Verfügung steht. Landrat Schneider sagte, bis zum Frühjahr sei Schulsport coronabedingt sowieso kein Thema, zwei Winter seien also wohl zu überbrücken, denn im Sommer können die Freisportanlagen genutzt werden. Kreiskämmerer Richard Neubeck erklärte, die Kreisverwaltung sei gerade dabei, Hallenkapazitäten zu eruieren. Möglichkeiten böten die Dreifachturnhallen an der Burghauser Straße bzw. beim Kreishallenbad. Abstimmungsgespräche liefen; es gehe auch um die Frage der „Fremdnutzung“ etwa durch die Montessorischule.
Von 7 bis 10 Millionen Kosten geht Hans Steindl bei dem Turnhallen-Projekt aus. Er zeigte sich skeptisch, dass der Landkreis in das Bundesprogramm aufgenommen werde. Bei einer Absage fördere der Freistaat mit 20 bis 25 Prozent, ergänzte der Landrat auf entsprechende Nachfrage von Herbert Hofauer (Freie Wähler).
Schneider appellierte, jetzt keine Zeit zu verlieren. Das Wichtigste sei, dass die alte Halle zeitnah abgerissen werde. Kämmerer Neubeck teilte mit, dass diesem Ansinnen auch die Regierung von Oberbayern nicht im Weg stehe und die Baufälligkeit anerkenne, obwohl die Sportstätte noch keine 50 Jahre alt ist; 1974 ging sie in Betrieb.
Die Vorbereitungen für den Neubau müssten jetzt schnell angegangen werden, betonte Schneider, beispielsweise die Ausschreibung für ein mit der Planung zu beauftragendes Architekturbüro. Entsprechende Haushaltsmittel seien eingestellt. Dann müssten baldmöglichst die entsprechenden Beschlüsse von Kreisausschuss und Kreistag fallen. MdB Mayer sprach sich dafür aus, einen vorzeitigen Baubeginn auf den Weg zu bekommen; dieses Vorgehen wäre auch nicht förderschädlich.
Landrat Schneider machte abschließend aber klar, das Projekt werde „nicht am Bundesprogramm liegen. Denn gebaut werden muss“. – ecs – ANA vom 13.11.2020

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